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Die nachfolgende Übersicht beschränkt sich auf die in Räumen vorkommenden, wichtigsten schädlichen Insekten bzw. Spinnentiere.

Lästlinge Hygieneschädlinge Vorratsschädlinge Materialschädlinge
Hausgrille(Heimchen) Bettwanze Essigfliege Bücherlaus
Kellerassel Blaue Brotkäfer Dornspeckkäfer
Moderkäfer Schmeißfliege Diebskäfer Fellmotte
Rasenameise Filzlaus Dörrobstmotte Kabinettkäfer
Wegameise Grasmilbe Getreidekapuziner Kleidermotte
Wespe, gemeine Graue Fleischfliege Getreidemotte Korkmotte
Wespe, deutsche Hausmilbe Getreidenager (Schwarzer) Kugelkäfer
Wiesenschnake Hausmücke Getreideplattkäfer Messingkäfer
  Hühnermilbe Khaprakäfer Museumskäfer
  Hundefloh Kornkäfer Pelzkäfer (Dunkler)
  Katzenfloh Kornmotte Pelzkäfer
  Kopflaus Leistenkopfplattkäfer (Gefleckter)
  Kleiderlaus Maiskäfer Pelzmotte
  Kriebelmücke Mehlkäfer Speckkäfer
  Malariamücke Mehlmilbe (Gemeiner)
  Menschenfloh Mehlmotte Speckkäfer
  Pharaoameise Reiskäfer (Peruvianischer)
  Rattenfloh(Pestfloh) Reismehlkäfer Silberfischchen
  Regenbremse (Amerikanischer) Staublaus
  Schabe, Reismehlkäfer(Rotbrauner) Teppichkäfer
  Amerikanische Schinkenkäfer   
  Schabe, Braunband (Rotbeiniger)  
  Schabe, Deutsche Speichermotte  
  Schabe, Speisebohnenkäfer  
  Orientalische Tabakkäfer  
  Stechfliege Vierhornkäfer  
  (Wadenstecher)    
  Stubenfliege    
  Taubenzecke    
  Wald- und Wiesenmücke    
  Waldzecke    
  (Holzbock)    

 

Moderkäfer, Schimmelkäfer, Milben, Staubläuse und Co.

Schädlingsart: Lästling und Hygieneschädling

Allgemeines

Fast täglich verirren sich kleine Insekten oder Spinnentiere in Häuser. Sie verenden meist, bevor sie auffallen. Zur explosionsartigen Vermehrung kommt es aber, wenn sie optimale Lebensbedingungen vorfinden. Bei Moderkäfern, Schimmelkäfern, Staubläusen, Hausmilben, Modermilben oder Springschwänzen z.B. kann dies vorkommen, wenn überhöhte Luftfeuchtigkeit eine Schimmelbildung ermöglicht.

Mit Mörtel, Putz und besonders Beton wird enorm viel Wasser in Bauten eingetragen. Das Austrocknen dauert geraume Zeit und wird verzögert, wenn z.B. im Winter bei geschlossenen Fenstern im Bau gearbeitet wird, wenn Fußbodenbeläge zu früh verlegt werden, zu früh tapeziert wird oder der Bau zu früh bezogen wird.

Ein feiner, kaum sichtbarer Schimmelrasen auf Tapeten, schimmelnde Polstermaterialien, Vorräte, Packmaterial etc. liefern Nahrung im Übermaß. Auch Bücher schimmeln bei feuchter Lagerung und werden dann von Staubläusen besiedelt. Daraus leitet sich die Bezeichnung „Bücherläuse“ ab, die streng genommen nur der Art Liposcelis divinatorius zusteht. Jedoch auch in trockenen Räumen können lokal feuchte Lebensräume bestehen, z.B. hinter Schränken, die vor einer kalten Außenwand stehen. Springschwänze z.B. kommen oft zahlreich auf Topferde vor. Gelegentlich können sie auch aus Kiesdächern, aus denen sie bei längerer Trockenheit abwandern, massenweise in Räume eindringen.

Schaden

Verunreinigung von Lebensmitteln. Verschleppung von Schimmelsporen.
Milben, insbesondere die Hausstaubmilbe, können Ursache für schwere Asthmaanfälle sein.

Vorbeugung/Maßnahmen

Die relative Feuchte in den Vorräten und den Räumen selbst, ist der wichtigste Umweltfaktor, der die Massenentwicklung dieser Schädlinge begrenzt.

Zur Bekämpfung von Hausstaubmilben stehen spezielle Mittel auf Basis von Benzylbenzoat zur Verfügung.


Wespen (Vespa vulgaris, Vespa germanica)

Schädlingsart: Lästling und Hygieneschädling

Natürl. Größe: ca. 11 – 20 mm

Allgemeines

Wespen gehören zur Gruppe der Hautflügler. Obwohl es über 2000 verschiedene Wespenarten gibt, fallen in Deutschland nur zwei Wespenarten im Wohnbereich des Menschen auf: die Deutsche Wespe (Vespa germanica) und die Gemeine Wespe (Vespa vulgaris). Andere Wespenarten sind im allgemeinen harmlos oder stehen wegen ihres seltenen Vorkommens wie die Hornissen (Vespa crabo) unter Artenschutz.

Entwicklung/Nahrung

Wespen leben als staatenbildene Völker ähnlich wie Honigbienen, jedoch erfolgt bei Wespen die Staatenbildung in jedem Frühjahr aus neue. Es gibt also nur 1-jährige Völker. Im Herbst sterben alle Mitglieder des Volkes mit Ausnahme der jungen, befruchteten Weibchen. Diese überwintern einzeln an geschützten Stellen.

Mit Eintritt der warmen Jahreszeit sucht jedes befruchtete Weibchen einen geeigneten Nestplatz, meist in Erdlöchern, Baumhöhlen aber eben auch in Rolladenkästen, zwischen Dachplatten, in Rissen von Styroporverkleidungen usw. Hier beginnt das Weibchen mit dem Bau des Wespennestes, das aus einer papierähnlichen Substanz besteht. Jede Zelle des Nestes wird mit einem Ei beschickt. Die daraus schlüpfenden Larven werden in der ersten Zeit von der Mutter allein mit zerkauten Insekten bis zur Verpuppungsreife gefüttert. Aus den Puppen schlüpfen dann nicht fortpflanzungsfähige Arbeiterinnen. Diese übernehmen ab sofort die weitere Brutpflege und den Nestausbau.

Das ursprüngliche Weibchen, die Königin legt weiterhin Eier und sorgt für das Anwachsen des Volkes, oft bis auf über 5000 Arbeiterinnen. Gegen Sommerende schlüpfen aus den Puppen fortpflanzungsfähige Weibchen und Männchen. Diese Geschlechtstiere paaren sich im Freien. Das Männchen stirbt im Herbst und die befruchteten Weibchen suchen einen Schutz zum Überwintern.

Etwa 80% der Beuteinsekten sind Fliegen, neben Heuschrecken, Schmetterlingen und Raupen. Im Sommer nehmen Wespen aber auch gerne zuckerhaltige Nahrungsmittel des Menschen auf, d.h. reifes Obst, Marmelade, Säfte aber auch Fleisch und Fisch zur Deckung ihres Eiweißbedarfs.

Schaden

Der Hauptschaden entsteht durch das Ungenießbarmachen von Nahrungsmitteln. Außerdem besteht durch Keimverschleppung die Gefahr der Übertragung von Krankheitserregern und Fäulniskeimen. Sehr schmerzhaft sind durch Wespen verursachte Stiche, die für Allergiker lebensgefährlich sein können. Folgenschwer kann auch der Stich in die Zunge oder die Rachenschleimhaut sein. Wespen können im Gegensatz zu Bienen ihren Stachel häufig einsetzen. Das bei einem Stich freigesetzte Agressions-Pheromon alarmiert augenblicklich andere Wespen in der Umgebung.

Vorbeugung/Maßnahmen

Bei Einflugöffnungen an Häusern können diese Öffnungen oft weit vom eigentlichen Nest entfernt sein. Diese Eingänge sollen nicht verschlossen werden, da sich die Wespen sonst andere Ausgänge suchen und so u.U. in Wohnräume eindringen können.

Starke Belästigung kann man vermeiden, wenn man keine offenen Lebensmittel und Abfälle stehen lässt. Mülltonnen stets verschlossen halten. Zuflug in Räume kann durch Fliegengitter verhindert werden.

Voraussetzung für die erfolgreiche Bekämpfung eines Wespenbefalles ist das Auffinden des Nestes und dessen Behandlung mit geeigneten insektiziden Mitteln (z.B. „Aco.spray Wespen„).


Flöhe

Schädlingsart: Hygieneschädling

Natürl. Größe: ca. 1,5 – 4 mm

Allgemeines

Flöhe kommen weltweit in ca. 1800 Arten vor. 66 davon sind in Deutschland beschrieben. Weitaus am häufigsten Probleme bereiten der Katzenfloh (Ctenocephalides felis), der Menschenfloh (Pulex irritans) und der Hundefloh (Ctenocephalides canis). Aber auch der Hühnerfloh (Ceratophyllus gallinae), der Taubenfloh (Ceratophyllus columbae), der Igelfloh (Archaeopsylla erinacei) und der europäische Rattenfloh (Nosopsyllus fasciatus) können den menschlichen Wohnbereich befallen.

Alle adulten Floharten haben einen seitlich stark zusammengepressten, segmentierten Körper und sind durch ein sehr kräftig entwickeltes hinteres Beinpaar ausgezeichnet, mit dessen Hilfe sie erstaunliche Sprünge ausführen können.

Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal ist der am Kopf vorhandene (z.B. bei Katzen- und Hundefloh) oder fehlende (z.B. beim Menschenfloh) Stachelkamm. Flöhe sind stets flügellos. Typisch ist auch das Fehlen von Facettenaugen. Die Färbung variiert von gelbbraun bis schwarz.

Die deutsche Namensgebung der Flöhe täuscht eine Wirtsbindung vor, die es so ausgeprägt aber nicht gibt. Der Menschenfloh befällt z.B. auch Haustiere und umgekehrt befallen Katzen-, Hundeflöhe u.a. Tierflöhe auch Menschen. Anders als viele andere Floharten bleibt der Katzenfloh stationär auf dem Wirt, d.h. er verläßt diesen zwischen den Blutmahlzeiten nicht. Regelmäßig findet man bei Befall auch Flohlarven und Floheier im Fell des Wirtes.

Die Entwicklung der Flöhe verläuft holometabol, d.h. mit vollständiger Umwandlung. Die Entwicklung der Flohlarve im Ei (0,4 – 0,5 mm) nimmt 2 – 10 Tage in Anspruch. Die beinlosen, weißlichen, madenähnlichen Larven werden ca. 6 mm lang. Es werden 3 Larvenstadien durchlaufen.

Nach ca. 2 – 4 Wochen, je nach Flohart und Entwicklunsbedingungen, verpuppen sie sich in einen kleinen, rundlichen Kokon. Die Puppenzeit dauert ca. 8 – 14 Tage, bei tieferen Temperaturen auch wesentlich länger.

Die Larven leben von Hautschuppen und von eingetrocknetem Blut (adulte Flöhe nehmen beim Blutsaugen – in der Regel einmal täglich – bis zu 20 mal mehr Blut auf, als in den Magen paßt. Dieses wird während des Saugaktes ausgeschieden).

Weibliche Flöhe legen während der durchschnittlichen Lebenszeit von 4 – 6 Wochen bis zu 500 Eier einzeln am Körper des Wirtes ab. So gelangen diese in das Nest der Wirte, auf deren Lagerplätze, auf Fußböden, Polstermöbel, in Bettritzen usw. Die Eiablage beginnt ca. 48 Stunden nach der ersten Blutmahlzeit.

Schaden

Flohstiche werden als sehr unangenehm empfunden. Es entstehen stark gerötete Papeln, die heftig jucken. Im Allgemeinen kann man in der Mitte der Papel den Einstich sehen. Meist stechen Flöhe mehrfach in die Haut, ehe die Blutaufnahme beginnt. Durch häufiges Kratzen können leicht Sekundärinfektionen auftreten.

In warmen und tropischen Ländern können Flöhe die Erreger typhoider Erkrankungen, der Pest, der Kinderlähmung u.a. Infektionskrankheiten übertragen. Freilebende Nagetiere können dabei ein latentes Seuchenreservoir bilden.

Einige Bandwürmer benutzen den Floh als Zwischenwirt. Das gilt besonders für den Katzen-, Hunde- und Rattenfloh. Aber auch der Menschenfloh ist schon als Zwischenwirt ermittelt worden. Die Übertragung erfolgt hierbei nicht durch den Stich, sondern durch Verschlucken des infizierten Flohs.

Vorbeugung/Maßnahmen

Der Flohnachweis am Tier erfolgt durch Auskämmen auf weißer Unterlage. Auch der Nachweis von im Fell eingetrocknetem Blut (rostrote Krümel) ist dabei beweisend. Durch die genaue Bestimmung der Flohart sind Rückschlüsse auf die Brutstätten möglich.

Hilfreich sind in jedem Fall gründliche Reinigungsaktionen, insbesondere mehrfacher Einsatz des Staubsaugers. Dadurch können Floheier, Flohlarven und Flohpuppen von Teppichen und Teppichböden entfernt werden (Staubsaugerbeutel anschließend luftdicht verschließen oder verbrennen).

Wenn der Wirt ein Heimtier ist, muß es mit den dafür zugelassenen Mitteln, die über den Tierarzt erhältlich sind, behandelt werden. Flüssigkeiten zum Auftropfen im Nackenbereich, Sprays, oder Puder stehen dabei zur Verfügung; auch Mittel zur oralen Applikation, die über den Blutweg die Flöhe erreichen und deren Unfruchtbarkeit zur Folge haben.

Meist ist eine Raumentwesung mit Langzeit-Insektiziden (z.B. „Aco.spray PP 750„, „Aco.mix C 10 MC„) und/oder Wachstumsregulatoren unumgänglich. Ausschließliche Anwendungen von Kurzzeit-Insektiziden sind i.d.R. nicht ausreichend.

Kopf-, Kleider- und Filzlaus

Schädlingsart: Hygieneschädling

Natürl. Größe: Kopflaus (m) ca. 2,4 – 2,6 mm; Kopflaus (w) ca. 2,6 – 3,1;
Kleiderlaus (m) ca. 2,3 – 3,8 mm; Kleiderlaus (w) ca. 2,7 – 4,4 mm;
Filzlaus (m) ca. 1 – 1,5 mm; Filzlaus (w) ca. 1,5 – 2,0 mm.

Allgemeines/Bedeutung

Echte Läuse sind stationäre und permanente Parasiten der Haut und halten sich gerne in behaarten Bereichen auf. Sie sind extrem an das Mikroklima dicht über der Haut angepasst und nicht in der Lage vom Wirt isoliert mehrere Tage zu überleben.

Bis auf wenige Ausnahmen sind die verschiedenen Lausarten auf einen ganz bestimmten Wirt spezialisiert. Auf dem Menschen parasitieren 3 Arten der Familie Pediculidae, die Kopf-, Kleider- und Filzlaus. In Europa ist die Kopflaus am stärksten verbreitet.

Echte Läuse sind Blutsauger und nehmen alle 2 bis 3 Stunden Nahrung auf. Sie sind flügellos und haben fünfgliedrige Fühler. Die drei Beinpaare enden in ausgeprägten Krallen. Der Hinterleib besteht aus neun Körperringen, die seitlich eingekerbt sind. Die Larven sehen den erwachsenen Läusen ähnlich (Hemimetabolie).

Entwicklung

Die Kopflaus (Pediculus humanus capitis) hält sich im allgemeinen auf der Kopfhaut oder hautnah zwischen den Haaren auf. Bevorzugt befallen sind die Haaransätze im Nacken und hinter den Ohren. Das begattete Weibchen der Kopflaus heftet täglich bis zu 10 Eier (Nissen) an die Haare. Nach ca. 9 Tagen entwickeln sich aus den Nissen Larven. Die drei imagoähnlichen Larvenstadien entwickeln sich nach ca. weiteren 9 Tagen zur erwachsenen Laus. Die Gesamtentwicklung dauert also ca. 18 Tage. Diese erklärt, daß sich ungestörte Läusekolonien rasch entwickeln können. Die Lebensdauer der Geschlechtstiere beträgt ca. 30 Tage.

Die Kleiderlaus (Pediculus humanus corporis) ist meist deutlich größer als die Kopflaus und bevorzugt als Aufenthaltsort die Innenseite der Unterwäsche oder körpernahe Falten der Oberbekleidung. Bei stärkerem Befall ist sie auch an den Körperhaaren, an Wolldecken, Polstermöbeln, Matratzen, aber auch auf Fußböden, in Dielenritzen etc. anzutreffen. Ihre weißen Eier legt die Kleiderlaus überwiegend an Textilfasern, besonders in Nähten und Falten, ab. Die Kleiderlaus ist etwas widerstandsfähiger als die Kopf- und Filzlaus und kann bei 23° C etwa 4 Tage ohne Nahrung überleben.

Die Filzlaus (Phthirus pubis) unterscheidet sich durch ihre gedrungene Körpergestalt von den Pediculus-Arten. Sie bevorzugt zum Aufenthalt Körperhaare, besonders Schamhaare, seltener Brust- und Barthaare, Wimpern und Augenbrauen. Sie ist die am wenigsten bewegliche Art und verbringt normalerweise ihr gesamtes Leben an einer Stelle, den Mundapparat in die Haut des Wirtes eingebohrt. Hunger und Temperaturabfall verträgt sie nur schlecht, daher ist ihre Verbreitung durch Kleidungsstücke eher unwahrscheinlich. Das Weibchen legt im Laufe seines Lebens etwa 30 Eier einzeln an den Haaren ab. Die Gesamtentwicklung dauert ca. 20 bis 25 Tage. Die Lebensdauer der Geschlechtstiere beträgt ca. 26 Tage.

Schaden

Durch das beim Läusestich in die Haut eindringende Toxin entsteht Juckreiz. Durch Kratzen und nachfolgende bakterielle Sekundärinfektionen kann das klinische Bild eines Ekzems entstehen. Weitere Folge sind regionale Lymphknotenschwellungen.

Die blutsaugende Filzlaus ruft in der Regel einen weniger intensiven Juckreiz hervor, als die anderen beiden Lausarten, hinterlässt aber bei stärkerem Vorkommen blaue Flecken auf der Haut und in deren Umgebung Lähmungen der Hautmuskeln.

Die Kleiderlaus ist die Laus der Kriege und der Notzeiten. Unter normalen Verhältnissen ist sie äußerst selten anzutreffen. Sie ist der Überträger des gefährlichen Fleckfiebers, das in vielen Kriegen mehr Opfer als die eigentlichen Kampfhandlungen gefordert und so manchen Feldzug entschieden hat. Allein der regelmäßige Wäschewechsel genügt, um ihnen die Existenzgrundlage zu entziehen, denn nur in wenigstens drei Wochen am Körper getragener Wäsche kann sich eine Kleiderlausgeneration vollständig entwickeln.

Die Kopf- und Filzlaus haben als Krankheitsüberträger im epidemiologischen Sinn keine große Bedeutung.

Vorbeugung/Maßnahmen

Im Gegensatz zu früher müssen heute bei Befall mit Läusen die Haare nicht mehr abgeschnitten werden. Shampoos oder Gels mit insektiziden Wirkstoffen wie Bioallethrin, Pyrethrum etc. töten die Läuse meist sicher ab.

Wenn der Einsatz von Insektiziden nicht angezeigt oder erwünscht ist (z.B. während der Schwangerschaft oder bei Kleinkindern) kann mehrfaches Spülen mit lauwarmem Essigwasser und anschließendem Auskämmen mit einem speziellen Läusekamm hilfreich sein.

Zur Vorbeugung empfiehlt sich gründliches Reinigen oder Erneuern von Kämmen, Haar- und Kleiderbürsten, Handtüchern, Leib- und Bettwäsche etc. sowie regelmäßiges Kontrollieren der Haare.

Oberbekleidung, in der sich ausgestreute Läuse befinden kann durch Waschen bei mind. 60° C entwest werden. Eine Abtötung der Läuse und deren Eier ist auch durch Dampf oder Heißluft möglich. Feuchte Hitze (50° C über 15 Min.) oder trockene Hitze (50° C über 60 Min.) aber auch das Einlegen von Gegenständen in Kälteboxen bei 10 bis 12° C über einen Tag tötet Läuse ab.

Da das Hungervermögen der Läuse sehr begrenzt ist, können Kleidungsstücke auch durch Verschließen in Plastikbeuteln über ca. 2 bis 3 Wochen von Läusen befreit werden.

Die Übertragung der Läuse kann durch direkten Körperkontakt, durch gemeinsame Benutzung von Kämmen, Bürsten, Schals, Mützen, Polstermöbeln, Betten usw. geschehen und ist bei engem Zusammenleben wie z.B. in Kindergärten, Schulen usw. leichter möglich. Die Filzlaus wird größtenteils durch Geschlechtsverkehr übertragen.

Bei stärkerem Befall müssen auch die Aufenthalts- und Schlafräume der Betroffenen von ausgestreuten Läusen befreit werden. Dazu sind die Böden und Polstermöbel mit einem Staubsauger gründlich zu reinigen und anschließend mit einem geeigneten Insektizid (z.B. „Aco.mat PP 150„, „Aco.spray PP 750„) zu behandeln.


Pharaoameisen (Monomorium pharaonis)

Schädlingsart: Hygieneschädling

Natürl. Größe: Arbeiterinnen ca. 1,5 – 2,6 mm,
Männchen ca. 2,8 – 3,1 mm, Königin ca. 3,5 – 4,8 mm.

Allgemeines/Bedeutung

Pharaoameisen stammen aus dem tropischen Asien. Ihren Namen aber verdanken sie angeblich dem Umstand, daß ihre erste wissenschaftliche Beschreibung anhand von Exemplaren vorgenommen wurde, die in Mumien von ägyptischen Pharaonen gefunden wurden. Nach Europa gelangten sie erst im vorigen Jahrhundert.

Pharaoameisen unterscheiden sich schon durch ihre Größe von unseren einheimischen Ameisen. Sie sind ungefähr nur halb so groß wie z. B. Rasenameisen.

In tropischen und subtropischen Zonen können sie im Freien leben. In unseren Breiten sind sie nur in beheizten Räumen (Krankenhäuser, Großküchen, Bäckereien, Gastwirtschaften, Gewächshäuser etc.) anzutreffen.

Mit dem Wachsen des Verbandes werden Tochterverbände angelegt, die sich verselbständigen oder auch wieder zusammenschließen können. Innerhalb eines Gebäudes können viele Ameisenverbände bestehen, deren Größe von 1 – 2 Königinnen mit etwa 20 Arbeiterinnen bis zu mehreren hundert Königinnen mit zehntausenden Arbeiterinnen variieren kann. Die einzelnen Verbände beanspruchen nur wenig Platz, sind aber auf warme Orte mit hoher Luftfeuchte angewiesen. Normalerweise sind sie gut versteckt in Wandritzen, hinter Fliesen, zwischen Wänden, unter Fußböden usw. in der Nähe von Wärmequellen.

Die Befallszunahme in den letzten Jahren ist vermutlich auf moderne Bauweise (Wärmedämmung, Fernwärme) und Einschleppung (weltweiter, intensiver Warenverkehr) zurückzuführen.

Entwicklung/Nahrung

Unter europäischen Bedingungen schwärmen Pharaoameisen nicht. Sie paaren sich im Nestinnern, wo die befruchteten Weibchen dann bleiben. Eine Königin legt im Laufe ihres Lebens etwa 600 – 900 Eier.

Die Männchen, die lebenslag geflügelt sind, leben nur etwa 2 – 3 Wochen und treten daher nur gelegentlich auf. Die Weibchen, die nach der Kopulation die Flügel abwerfen bzw. abbeißen, leben etwa 6 – 7 Monate, u. U. auch bis zu 10 Monaten. Sie besorgen sich ihre Nahrung nicht selbst, sondern lassen sich von den Arbeiterinnen füttern. Diese werden etwa 8 Wochen alt und pflegen in erster Linie die Nachkommenschaft und beschaffen Nahrung. Sie bringen auch Wasser ins Nest, sowohl zum Trinken, als auch zur Hebung der Luftfeuchtigkeit im Nestinnern.

Pharaoameisen sind Allesfresser, bevorzugen jedoch proteinhaltige Nahrung wie Fleisch, Wurst, Fisch, Käse etc. Auch zuckerhaltige Nahrungsmittel wie z.B. Marmelade, Honig, Schokolade, Gebäck etc. werden besonders in bestimmten Entwicklungsphasen gerne aufgenommen. Die Arbeiterinnen der Pharaoameise legen bei der Futtersuche oft beachtliche Strecken zurück (bis zu 30 m). Nach Auffinden der Futterquelle werden die Wege dorthin mit einem Spurpheromon markiert.

Zur Entwicklung benötigen Pharaoameisen eine Temperatur von 26 – 28° C. Daher ist diese Ameisenart unter unserern klimatischen Verhältnisssen auf Gebäude angewiesen, in denen zumindest in bestimmten Bereichen diese Temperaturen konstant gegeben sind (zur Nahrungssuche und -aufnahme werden auch normal temperierte Areale und in seltenen Fällen sogar auch Kühlräume aufgesucht).

In einem Nest sind im Gegensatz zu den meisten anderen einheimischen Ameisen meist eine größere Anzahl eierlegender Weibchen (bis einige hundert). Geschlechtstiere werden in Intervallen von 3 – 5 Monaten aufgezogen. Dazwischen liegen reine Arbeiterinnen-Bruten. Unter optimalen Bedingungen dauert die Entwicklung im Ei 7 – 8 Tage, die der Larve 18 – 20 Tage, das Übergangsstadium von der Larve zur Puppe (die sogenannte Vorpuppe) 3 – 7 Tage und die Puppenruhe selbst 7 Tage. Die durchschnittliche Entwicklungsdauer von der Eiablage bis zum Schlüpfen beträgt bei Arbeiterinnen 36 Tage, bei den geflügelten Geschlechtstieren etwa 4 – 6 Tage mehr.

Schaden

Verderb von Lebensmitteln und Übertragung von Krankheitserregern (Bakterien, Viren, Pilze). In Krankenhäusern kann die Pharaoameise wegen ihrer geringen Größe in medizinische Geräte, sterile Packungen, Wundverbände etc. eindringen.

Vorbeugung/Maßnahmen

Gründliche Kontrolle eingehender Waren und deren Verpackungen.

Häufiges und intensives Reinigen der Lager-, Arbeits- und Wohnräume.

Da die Nester i.d.R. nicht auffindbar sind, sind bei der Bekämpfung insektizide Ködermittel zu bevorzugen. Geeignete Köderstellen sind unbedingt durch Vorköderung mit unbegifteten Ködern (z.B. frische Leber, Eigelbpulver) zu ermitteln.


Deutsche Schaben (Blattella germanica)

Schädlingsart: Hygieneschädling

Natürl. Größe: ca. 10 – 15 mm

Allgemeines/Bedeutung

Schaben sind dämmerungs- und nachtaktiv. Ihre Aktivität beginnt nach Sonnenuntergang (bzw. Licht aus) und ist bei Sonnenaufgang (bzw. Licht an) beendet. Auf engstem Raum sitzen sie tagsüber in ihren Verstecken. Das sind warme und dunkle Spalten und Hohlräume in der Nähe von Feuchtigkeit und Nahrung (z.B. in Heizungskellern, Durchbrüchen für Warmwasserleitungen, unter Spülen, hinter Kühlschranken usw.). Am Tag umherlaufende Schaben deuten meist auf einen stärkeren Befall hin.

Männchen und Weibchen der Deutschen Schabe sind voll beflügelt, jedoch – abgesehen von einem kurzen Selgelflug – flugunfähig. Die Deutsche Schabe kann verglichen mit anderen Schabenarten besonders gut klettern. Selbst auf glatten Glas- und Kachelwänden kann sie problemlos senkrecht emporlaufen. Ideale Lebensbedingungen finden Schaben in allen lebensmittelverarbeitenden und -lagernden Betrieben also z. B. Gaststätten, Großküchen, Krankenhäusern, Brauereien, Lebensmittelmärkten, aber auch in zoologischen Gärten, Tierhandlungen, Hallenbädern usw. Immer häufiger etablieren sich Schaben aber auch in Privatwohnungen was u.a. mit der leichten Verschleppbarkeit durch Lebensmittel und Verpackungsmaterial zu begründen ist.

In Mitteleuropa kommen als Hygieneschädling außerdem die Orientalische Schabe (Blatta orientalis) und, wenn auch seltener, die Amerikanische Schabe (Periplaneta americana) und die Braunbandschabe (Supella longipalpa) vor.

Entwicklung

Die Entwicklung erfolgt in Form einer unvollkommenen Umwandlung (Hemimetabolie), d.h. die Larven sind den adulten Tieren in Aussehen und Lebensweise sehr ähnlich. Schaben tragen ihre Eier im Unterschied zu den übrigen Insekten (mit Ausnahme der Mantiden) in einer Eikapsel (Oothek). Die Deutsche Schabe ist mit einer größeren Fortpflanzungsfähigkeit ausgestattet, als die anderen synanthropen Schaben. Die Eikapsel enthält durchschnittlich 30 – 40 Eier. Bei durchschnittlich 4 – 6 Eikapseln, die von einem Weibchen in 2 – 5 Monaten produziert werden entstehen als ca. 120 – 240 Eier. Die Ablage der Eikapsel erfolgt erst unmittelbar vor dem Schlüpfen der Jungtiere. Die weißen, später nachdunkelnden Nymphen sprengen die Oothek in der Längsnaht auf und gelangen durch den entstandenen Spalt ins Freie.

Die Entwicklungsdauer hängt stark von der Temperatur und den übrigen Bedingungen ab. Im Durchschnitt sind es bei normaler Raumtemperatur 170 Tage. Bei 30° C und 70% RLF beträgt die Generationsdauer ca. 3 Monate. Die Zahl der Larvenstadien liegt meinst zwischen 5 und 7. Die Lebensdauer der adulten Tiere beträgt 4 – 6 Monate.

Trotz der Bindung an höhere Temperaturen ist die Deutsche Schabe durchaus in der Lage in Gewissen Grenzen niedrigere Werte zu ertragen. Sie können nachgewiesenermaßen auch im Freiland überwintern, wenn auch die Mortalität dabei sehr hoch ist. Bei Temperaturen unter 4° C wird die Bewegung eingestellt. Unterhalb von -5° C tritt innerhalb kurzer Zeit der Kältetod und oberhalb von 42° C der Wärmetod ein.

Schaden

Schaben sind derzeit bei uns die wichtigsten Gesundheitsschädlinge und potentielle Überträger von Viren, Bakterien, Protozoen, Wurmeiern usw. (Tuberkulose, Cholera, Typhus, Kinderlähmung, infektiöse Gelbsucht, zahlreiche Eitererreger). Hinzu kommt die Verschleppung von Schimmelpilzsporen. Auch die allergene Potenz des Schabenkots bzw. von Kutikularesten, die bei empfindlichen Personen Asthmaanfälle verursachen, ist zu beachten.

Vorbeugung/Maßnahmen

Gründliche Kontrolle eingehender Rohstoffe und deren Verpackung.

Übersichtliche Lagerhaltung; regelmäßige Reinigung.

Beseitigung von Rissen und Spalten in Wänden und Böden.

Regelmäßige, systematische Befallskontrollen mittels Klebefallen und Aufzeichnung der Überwachungsergebnisse.

Bei Befall ist eine Bekämpfung mit insektiziden Mitteln unverzichtbar (z.B. „“Blatta.gel AC 30„“, „Aco.mat PP 150„, „Aco.spray CPF 400„, )


Dörrobstmotten (Plodia interpunctella)

Schädlingsart: Vorratsschädling

Natürl. Größe: 6 – 10 mm (Körper mit angelegten Flügeln), 15 – 20 mm (Flügelspannweite).

Allgemeines/Bedeutung

Dörrobstmotten sind vorwiegend Schädling an Süßwaren, Dauerbackwaren, Nüssen, Mandeln, Trockenfrüchten und Getreide. Sie werden häufig mit befallenen Rohwaren in die Lebensmittelbetriebe eingeschleppt, dringen dort bis in die Produktionsräume vor und legen auf den Fertigprodukten Eier ab. Nicht jeder Mottenbefall stammt jedoch aus dem Herstellwerk. Vielfach findet der Befall auf dem Vertriebsweg oder auch beim Konsumenten statt. In Haushalten begegnet man Dörrobstmotten von allen Zünslerarten (Pyralidae) am häufigsten. Die Falter sind auffallend zweifarbig und unterscheiden sich dadurch von den gleichmäßiger gefärbten Zünslern mit ähnlicher Lebensweise.

Entwicklung

Bereits wenige Stunden nach dem Schlüpfen beginnen die Falter mit der Paarung. Bei normaler Zimmertemperatur beginnt das Weibchen meist in der Abenddämmerung desselben Tages mit der Eiablage. Die Eizahl je Weibchen schwankt zwischen 100 und 400.

Je nach Raumtemperatur schlüpfen die jungen Raupen bereits 3 – 8 Tage nach der Eiablage. Sie sind nach dem Schlüpfen 1 – 1,2 mm lang und wachsen nach 4 – 7 Häutungen auf 15 – 17 mm heran. Schon bald nach dem Schlüpfen spinnen die jungen Raupen eine Gespinströhre unter deren Schutz sie fressen. Allmählich durchziehen sie mit ihren Gespinsten vor allem die Außenschichten des Nährsubstrates. Erwachsene Raupen verlassen das Nährsubstrat und wandern auf der Suche nach einem günstigen Verpuppungsort umher. Diese Wanderphase dauert je nach Temperatur 3 – 10 Tage.

Die gesamte Entwicklung dauert je nach Temperatur und Nahrung 30 – 74 Tage. Die Lebensdauer der Falter beträgt bei Raumtemperatur 2 bis 3 Wochen.

Die in der letzten Häutung stehenden Raupen können im Herbst in eine Diapause eintreten, die sich über mehrere Monate erstrecken kann. Diese Diapause kann durch niedere Temperaturen, kurze Helligkeitsperioden oder hohe Populationsdichte ausgelöst werden. Dadurch kommen bei uns meist nur 2 Generationen pro Jahr zur Entwicklung.

Einfluss der Temperatur

Die Gesamtentwicklung der Dörrobstmotte ist ab ca.18° C und 40% RLF möglich. Sie verläuft optimal bei 28 – 32° C in 30 – 38 Tagen. Bei Eintreten der Diapause kann sie sich bis zu 330 Tagen hinziehen.

Bei konstanter Temperatur im Bereich von 8 – 12° C können Dörrobstmotten aller Altersstufen innerhalb von 16 Tagen abgetötet werden. Nur diapausierende Raupen können eine Temperatur von 5 – 10° C überleben.

Schaden

Die Larven fressen an Lebensmitteln und hinterlassen dabei Spinnfäden, Exkremente und Exuvien.

Die Falter nehmen keine feste Nahrung auf.

Vorbeugung/Maßnahmen

Gründliche Kontrolle eingehender Rohstoffe und deren Verpackungen. Durch Anbringen von Fliegengittern Zuflug unterbinden.

Häufiges und intensives Reinigen der Lager- und Fabrikationsräume. Besonders Hohlräume in Maschinen und Geräten beachten. – Lagerfristen kurz halten.

In Lagerräumen sind Überwachungssysteme mit Pheromonfallen sinnvoll (z.B. „Aco.trap LTM„). Wichtig ist dabei die Aufzeichnung und Auswertung der Überwachungsergebnisse. Bei der Überschreitung von Schwellenwerten sind je nach Befallsstärke Raumbehandlungen mit Nebelmitteln durchzuführen( z.B. „Aco.sol DVP„, „Aco.sol PY„). Vorratsgüter können in Druckkammern mit C02 entwest werden, sofern das wirtschaftlich sinnvoll ist und die Vorratsgüter noch verkehrsfähig sind.


Mehlmotten (Ephestia kuehniella)

Schädlingsart: Vorratsschädling

Natürl. Größe: 10 – 14 mm (Körper mit angelegten Flügeln) 22 – 25 mm (Flügelspannweite)

Allgemeines/Bedeutung

Mehlmotten gehören zur Familie der Zünsler (Pyralidae). Sie sind vorwiegend Schädling an Getreideprodukten wie Mehl, Schrot, Kleie, Flocken, Nudeln, aber auch an Getreide, Reis, Mais, Nüssen, Mandeln, Trockenobst usw.

Die Falter erscheinen erstmals in den warmen Maitagen. Sie sind lichtscheu, sitzen tagsüber gewöhnlich ruhig auf Wänden und Decken, Maschinen oder auf den Verpackungen der Vorräte und fliegen meist nur bei Nacht und in der Dämmerung umher.

Neben der Mehlmotte treten in Deutschland von den Ephestia-Arten auch die Speichermotte (E. elutella) und die tropische Speichermotte (E. cautella) als Vorratsschädlinge auf.

Entwicklung

Unmittelbar nach dem Schlüpfen beginnen die Falter mit der Paarung. Bei normaler Zimmertemperatur beginnt das Weibchen einen halben Tag später mit der Eiablage. Diese dauert ca. 1 bis 2 Wochen. Die Eizahl je Weibchen liegt bei durchschnittlich 200, kann aber im Einzelfall auch 400 übersteigen.

Bei normalen Zimmertemperaturen schlüpfen die jungen Raupen bereits 5 – 10 Tage nach der Eiablage. Sie sind unmittelbar nach dem Schlüpfen 1 – 1,5 mm lang und wachsen nach 3 – 5 Häutungen auf 12 – 19 mm heran. Die jungen Raupen bleiben im Nährsubstrat innerhalb ihrer Gespinströhre. Erwachsene Raupen verlassen das Nährsubstrat und wandern auf der Suche nach einem günstigen Versteck zur Verpuppung umher.

Bei 20° C dauert die Gesamtentwicklung 2 – 3 Monate. Die Falter können bis zu 2 Wochen alt werden. Bei einer Durchschnittstemperatur von 18 – 20° C können sich 3, max. 4 Generationen je Jahr entwickeln.

Einfluß der Temperatur

Zwischen 12 und 31° C findet Eischlupf bei jeder Feuchte zwischen 0 und 75% statt. Für eine erfolgreiche Begattung ist eine Temperatur von über 12,5° C nötig, während die Eiablage noch bei 7,5° C möglich ist. Unter 12° C findet keine Gesamtentwicklung mehr statt. Die schnellste Entwicklung findet bei 25° C und 75% RLF statt (74 Tage).

Schaden

Fraß und vor allem Verunreinigung von Lebensmitteln durch intensive Spinntätigkeit der Raupen. Nach Feststellungen von HASES können von einer einzigen Mehlmottenraupe ca. 70 mg Haferflocken oder 50 mg Weizenmehl zusammengesponnen werden. Falter nehmen keine feste Nahrung auf.

Vorbeugung/Maßnahmen

Gründliche Kontrolle eingehender Waren und deren Verpackungen. Durch Anbringen von Fliegengittern Zuflug unterbinden.

Häufiges und intensives Reinigen der Lager- und Fabrikationsräume. Besonders Hohlräume in Maschinen und Geräten beachten. – Lagerfristen kurz halten.

In Lagerräumen sind Überwachungssysteme mit Pheromonfallen sinnvoll (z.B. „Aco.trap LTM„). Wichtig ist dabei die Aufzeichnung und Auswertung der Überwachungsergebnisse. Bei der Überschreitung von Schwellenwerten sind je nach Befallsstärke Raumbehandlungen mit Nebelmitteln durchzuführen ( z.B. „Aco.sol DVP„, „Aco.sol PY„). Vorratsgüter können in Druckkammern mit C02 entwest werden, sofern das wirtschaftlich sinnvoll ist und die Vorratsgüter noch verkehrsfähig sind.


Messingkäfer (Niptus hololeucus)

Schädlingsart: Materialschädling

Natürl. Größe: ca. 2,5 – 4,7 mm

Allgemeines

Messingkäfer gehören zur Familie der Diebskäfer (Ptinidae), zu der auch der Australische Diebskäfer (Ptinus tectus), der Kräuterdieb (Ptinus fur) und der Kugelkäfer (gibbium psylloides) gehören. Seinen deutschen Namen verdankt der Messingkäfer seiner Färbung. Er ist überall an Kopf, Fühlern, Rücken, Bauch und Beinen mit goldgelben, anliegenden kurzen Härchen besetzt. Dadurch bekommt er eine glänzendes messingfarbenes, goldgelbes Aussehen, falls die Behaarung nicht abgerieben ist. Der stark aufgewölbte Hinterleib ist durch eine tiefe Einschnürung vom Halsschild getrennt. Messingkäfer sind dämmerungs- und nachtaktiv und müssen zur Eiproduktion Nahrung und Feuchtigkeit aufnehmen. Daher suchen sie auch aktiv Wasserstellen auf. Besonders in den Herbst- und Wintermonaten können sie durch massiertes Auftreten lästig werden. Sie geraten bei ihren Wanderungen dann häufig in Schüsseln, Töpfe, Tassen, Badewannen, Waschbecken etc. aus denen sie nicht mehr herausklettern können oder auch in Schränke zwischen Wäsche und Kleider, in Betten, Schuhe etc.

Entwicklung/Nahrung

Ein Weibchen kann bis zu 100 und mehr Eier legen. Die Legeperiode dauert mehrere Monate. Wie bei allen Käfern erfolgt die Entwicklung als vollständige Verwandlung (holometabol) über die Stadien Ei, Larve, Puppe, Imago.

Die frisch geschlüpften, engerlingförmigen Larven sind ca. 1,5 mm lang und werden ausgewachsen ca. 5 – 7 mm lang. Sie entwickeln sich z.B. in Getreide, Haferflocken, Mehl, Kleie, Backwaren, Sämereien oder in keratinhaltigen Substanzen wie Federn, Fellen, Häuten, Leder usw. Auch Exkremente von Nagern, Vogelnester, Wespennester und Bienenstöcke können Entwicklungsherde sein. Nach Abschluß ihrer Entwicklung spinnt sich die Larve in einen lockeren Kokon ein, um sich in dessen Inneren zu verpuppen.

Der Messingkäfer durchläuft folgende durchschnittlichen Entwicklungszeiten:

Eiruhe:
14 Tage

Larvenzeit:
75 Tage

Puppenruhe:
15 Tage

Verbleib im Kokon:
18 Tage

Gesamt:
122 Tage

Danach müssen die Käfer erst einen Reifefraß machen, bevor sie geschlechtsreif sind und Begattung und Eiablage erfolgen kann.

Die Weibchen sind etwas größer als die Männchen und leben etwas länger, bei 20° C etwa 5 bis 6 Monate. Unterhalb von 10° C ist keine Entwicklung mehr möglich. Der Messingkäfer selbst kann aber durchaus auch Frost vertragen.

Pro Jahr ist i.d.R. mit einer, in beheizten Räumen auch mit zwei Generationen zu rechnen.

Auftreten/Schaden

Messingkäfer findet man vor allem in alten Häusern, landwirtschaftlichen Anwesen aber auch in Bäckereien und Brauereien. Häufig geht der Befall von Bereichen aus, die vormals als Getreidespeicher oder Strohlager genutzt wurden oder aus Zwischendecken und -wänden, die mit Stroh oder Häcksel zur Wärmedämmung gefüllt wurden. Bei günstigen Bedingungen und besonders auch nach Renovierungen, kann es zu beträchtlichem Befall kommen.

Die Imagines nehmen ähnliche Nahrung auf, wie die Larven. Auf ihren Wanderungen durch Wohnräume können sie Leder, Federn, Bücher und Papier benagen. Aus Textilien ziehen sie mit ihren Mundwerkzeugen Fäden heraus, um sie dann zu durchnagen. An Plüsch und ähnlichen Geweben weiden sie die abstehenden Fasern ab, so daß das Grundgewebe sichtbar wird.

Vorbeugung/Maßnahmen

Regelmäßiges Reinigen der Räume, insbesondere jener, die in der Vergangenheit der Aufbewahrung von Heu, Stroh und Futtermitteln gedient haben.

Erfolgversprechend sind nur Bekämpfungen, die auch die versteckt lebenden Larven und die Beseitigung möglicher Nahrungsquellen miteinbeziehen.

Hohlräume können unter Beachtung der Balkenlage angebohrt und mit insektiziden Sprühmitteln ausgenebelt werden (z.B. „Aco.spray PP 750„).

 

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